Forge de Laguiole

Die Forge de Laguiole wurde 1987 gegründet, um die traditionelle Messerherstellung in LAGUlOLE selbst wiederzubeleben, die zugunsten einer ortsfremden und industriellen Produktion verschwunden war. Sie verfügt über das alte Wissen der Messerschmiedekunst und bewegt sich gleichzeitig energisch in Richtung Zukunft. Dabei entspricht der Entwurf der Manufaktur, der dem Designer Philippe Starck anvertraut wurde, genau der Grundidee des Unternehmens, nämlich Kreation und Tradition miteinander zu verbinden. In Aluminium gepackt und mit einer 18m langen Klinge auf dem Dach wurde das Gebäude in den letzten 10 Jahren bereits 3 Mal auf jetzt 2.500m2 erweitert.


Geschichte

Wir befinden uns in LAGUlOLE (man spricht es Lajoll), einem kleinen Dorf mit 1300 Seelen an der Grenze des Aveyron zum Cantal (eine Vulkanregion nördlich des Massif Central in Frankreich), wo um 1829 herum dieses legendäre kleine Taschenmesser geboren wurde.
Alles begann damit, daß Jean-Pierre Calmels den für diese Region typischen kleinen Dolch, den „CAPOUCHADOU", in ein bequem zusammenfaltbares Messer umwandelte: schön, einfach und nützlich ... es wurde schnell ein unentbehrlicher Begleiter für jedermann. Die Bauern der Region waren Rinderzüchter und benötigten einen Dorn. Die Messermacher fügten ihn der Klinge hinzu.
Als Ende des 19. Jahrhunderts die große Landflucht einsetzte, zogen viele Auvergnatten auf der Suche nach Arbeit nach Paris, um der Verarmung in ihrer Heimat zu entgehen. Und weil sie schnell mit ihrem Wein- und Kohlehandel (und mit ihrer bekannt guten Küche) die Gastronomie der Hauptstadt eroberten, wurde das Messer um einer Korkenzieher bereichert.
Das Interesse an diesem Messer wurde immer größer und die Modelle immer variantenreicher: 1-, 2-, oder 3-Teiler mit Griffen aus Horn, Knochen oder für die edleren Modelle gar aus echtem Elfenbein ...
Bald nach dieser Blütezeit verschwindet jedoch aus dem durch Armut verwaisten Plateau des Aubrac die Produktion des kleinen Messers. Sie verlagert sich in die Industrieregion von Thiers und dort vegetiert sie für viele Jahre mehr schlecht als recht vor sich hin.


Neuanfang

Erst Mitte der 80er Jahre nimmt sich eine neue Generation von Messermachern des LAGUIOLES erneut an. Und 1987 ist bei der Forge de Laguiole (Die Schmiede von Laguiole) der Tag gekommen, um das LAGUIOLE wieder an dem Ort anzusiedeln wo es einst geboren wurde. Philippe Starck entwirft mit den Produktionsstätten ein Gebäude mit Signalwirkung, das großes Aufsehen erregt. Es ist ein Symbol für die Erneuerung des Messers, denn jetzt werden hier wieder Klingen geschmiedet und mit dem Respekt vor der Tradition, der man den Ruf des Messers verdankt, werden die Messer hier wieder sorgfältig zusammengefügt. Alle Etappen der Fertigung werden wieder vor Ort in LAGUlOLE durchgeführt. Es ist die Rückkehr des LAGUIOLES nach LAGUIOLE.
Heute ist die Forge de Laguiole mehr denn je daran interessiert, das LAGUIOLE wieder fest an seinen Geburtsort zu binden. Sie bietet deshalb ein großes Sortiment traditioneller Messer, die nicht nur die Kriterien des originalen Ursprungs, sondern darüber hinaus auch die Qualitätskriterien der Kollektivmarke „LAGUlOLE ORIGINE GARANTIE" erfüllen. Ausschließlich jene Betriebe, die alle Bedingungen dieses Qualitätssiegels erfüllen, sind berechtigt, dieses Siegel auch zu tragen. Um darüber hinaus Tradition und neue Entwicklungen miteinander zu verbinden, hat die Forge de Laguiole schon immer die enge Zusammenarbeit mit modernen Entwerfern gesucht.



Designer

PHILIPPE STARCK, Architekt und Designer, beschäftigte sich 1989 nach dem Entwurf des Fabrikgebäudes erstmals mit dem LAGUIOLE. 1993 erhielt es den Design-Plus-Preis anlässlich der Messe Ambiente in Frankfurt. Sein Entwurf ist heute Bestandteil der Sammlung des „MOMA" (Museum of Moder Art, New York). Es spiegelt perfekt die Philosophie des Unternehmens wieder, Tradition und Neues mitei¬nander zu verbinden.
YAN PENNORS kreiert 1990 das Logo des Unternehmens und entwirft darüber hinaus ein Messer für die Forge de Laguiole. Für seine Arbeit wird ihm der Grand Prix Francais für Objektdesign in der Sparte „Strategy et Marketing Mix“ zuerkannt.
ERIC RAFFY entwirft 1992 ein neues Modell des LAGUIOLES. Inspiriert während eines längeren Aufenthalts im Aubrac für den Neubau des Hotel-Restaurants von Michel Bras (3 Sterne im Michelin und 19.5 Punkte im Gaullt-Millau) entwickelt er ein völlig neues Konzept. Der „Blade Magazine Award" überreicht ihm 1995 den Preis für innovatives Design anlässlich des Salons d'Atlanta (USA).
SONJA RYKIEl, Modedesignerin, entwirft 1995 ein LAGUlOLE mit rot-schwarzem Griff, Endkappen aus Messing und einer Schnur-Öse. Es ist das erste LAGUIOLE, das von einer Frau entworfen wurde.
HERMES entwirft ein edles Messer mit einem Griff aus Leder. Dieses verbindet per¬fekt das savoir-faire (KnowHow) beider Häuser.

Parallel dazu entwickelt die Forge de Laguiole einen neuen Typ von Messer: das Sommelier. Sein Funktionsprinzip ist patentiert und es wird aus besonders edlen Materialen hergestellt. Für die Eleganz seiner Form und die effiziente Handhabung erhält es 1996 den Design-Plus-Preis anlässlich der Messe Ambiente in Frankfurt.



Wichtig!

WIE ERKENNT MAN EIN ECHTES FORGE DE LAGUIOLE?
Am einfachsten: Sie schauen sich das Logo auf der Klinge an. Es zeigt in der Mitte des Schriftzugs LAGUIOLE ein großes L, das wie ein halb geöffnetes Messer aussieht. Dieses Logo wurde von dem schottischen Designer Van Pennors entworfen und ist geschützt. Dies ist ein erstes sichtbares Merkmal. Aber es gibt noch eines. Vielleicht ist dieses subtilere noch ehrlicher und echter: es ist die Verarbeitung, die Qualität der Justierung, seine einzeln geschmiedete Klinge. Und, die Messer der Forge de Laguiole folgen mit ihren Proportionen und Rundungen den Originalformen von einst. Sie entsprechen darüber hinaus den Kriterien der Kollektivmarke „LAGUIOLE ORIGINE GARANTIE". Eingeprägt auf dem Ansatz der Klinge garantiert sie die Originalherstellung in LAGUIOLE, die Qualität der verwendeten Materialen, sowie die traditionell handwerkliche Herstellung der Messer. Ausschließlich Unternehmen, die diese Kriterien erfüllen, sind berechtigt, diese Marke zu benutzen.

ZUR PFLEGE DER MESSER:
• Mechanik regelmäßig ölen
• Schärfen mit einem Stein
• Horn oder Holz nicht nass werden lassen. Ein Messer gehört nicht in die Spülmaschine, es wird auch nicht abgewaschen, es wird nur abgewischt.

DAMIT EIN LAGUIOLE NIEMALS DIE FREUNDSCHAFT ZERSCHNEIDET, VERGESSEN SIE NICHT, DER PERSON" DIE ES IHNEN GESCHENKT HAT, EIN KLEINES GELDSTÜCK ZU GEBEN.



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