Forge de Laguiole
Geschichte
Wir
befinden uns in LAGUlOLE (man spricht es Lajoll), einem kleinen Dorf
mit 1300 Seelen an der Grenze des Aveyron zum Cantal (eine Vulkanregion
nördlich des Massif Central in Frankreich), wo um 1829 herum dieses
legendäre kleine Taschenmesser geboren wurde.
Alles begann damit, daß
Jean-Pierre Calmels den für diese Region typischen kleinen Dolch, den
„CAPOUCHADOU", in ein bequem zusammenfaltbares Messer umwandelte: schön,
einfach und nützlich ... es wurde schnell ein unentbehrlicher Begleiter
für jedermann. Die Bauern der Region waren Rinderzüchter und benötigten
einen Dorn. Die Messermacher fügten ihn der Klinge hinzu.
Als Ende
des 19. Jahrhunderts die große Landflucht einsetzte, zogen viele
Auvergnatten auf der Suche nach Arbeit nach Paris, um der Verarmung in
ihrer Heimat zu entgehen. Und weil sie schnell mit ihrem Wein- und
Kohlehandel (und mit ihrer bekannt guten Küche) die Gastronomie der
Hauptstadt eroberten, wurde das Messer um einer Korkenzieher bereichert.
Das
Interesse an diesem Messer wurde immer größer und die Modelle immer
variantenreicher: 1-, 2-, oder 3-Teiler mit Griffen aus Horn, Knochen
oder für die edleren Modelle gar aus echtem Elfenbein ...
Bald nach
dieser Blütezeit verschwindet jedoch aus dem durch Armut verwaisten
Plateau des Aubrac die Produktion des kleinen Messers. Sie verlagert
sich in die Industrieregion von Thiers und dort vegetiert sie für viele
Jahre mehr schlecht als recht vor sich hin.
Neuanfang
Erst Mitte der 80er Jahre nimmt sich eine neue Generation von
Messermachern des LAGUIOLES erneut an. Und 1987 ist bei der Forge de
Laguiole (Die Schmiede von Laguiole) der Tag gekommen, um das LAGUIOLE
wieder an dem Ort anzusiedeln wo es einst geboren wurde. Philippe Starck
entwirft mit den Produktionsstätten ein Gebäude mit Signalwirkung, das
großes Aufsehen erregt. Es ist ein Symbol für die Erneuerung des
Messers, denn jetzt werden hier wieder Klingen geschmiedet und mit dem
Respekt vor der Tradition, der man den Ruf des Messers verdankt, werden
die Messer hier wieder sorgfältig zusammengefügt. Alle Etappen der
Fertigung werden wieder vor Ort in LAGUlOLE durchgeführt. Es ist die
Rückkehr des LAGUIOLES nach LAGUIOLE.
Heute ist die Forge de Laguiole
mehr denn je daran interessiert, das LAGUIOLE wieder fest an seinen
Geburtsort zu binden. Sie bietet deshalb ein großes Sortiment
traditioneller Messer, die nicht nur die Kriterien des originalen
Ursprungs, sondern darüber hinaus auch die Qualitätskriterien der
Kollektivmarke „LAGUlOLE ORIGINE GARANTIE" erfüllen. Ausschließlich jene
Betriebe, die alle Bedingungen dieses Qualitätssiegels erfüllen, sind
berechtigt, dieses Siegel auch zu tragen. Um darüber hinaus Tradition
und neue Entwicklungen miteinander zu verbinden, hat die Forge de
Laguiole schon immer die enge Zusammenarbeit mit modernen Entwerfern
gesucht.
Designer
YAN PENNORS kreiert 1990 das Logo des Unternehmens und entwirft darüber hinaus ein Messer für die Forge de Laguiole. Für seine Arbeit wird ihm der Grand Prix Francais für Objektdesign in der Sparte „Strategy et Marketing Mix“ zuerkannt.
ERIC RAFFY entwirft 1992 ein neues Modell des LAGUIOLES. Inspiriert während eines längeren Aufenthalts im Aubrac für den Neubau des Hotel-Restaurants von Michel Bras (3 Sterne im Michelin und 19.5 Punkte im Gaullt-Millau) entwickelt er ein völlig neues Konzept. Der „Blade Magazine Award" überreicht ihm 1995 den Preis für innovatives Design anlässlich des Salons d'Atlanta (USA).
SONJA RYKIEl, Modedesignerin, entwirft 1995 ein LAGUlOLE mit rot-schwarzem Griff, Endkappen aus Messing und einer Schnur-Öse. Es ist das erste LAGUIOLE, das von einer Frau entworfen wurde.
HERMES entwirft ein edles Messer mit einem Griff aus Leder. Dieses verbindet per¬fekt das savoir-faire (KnowHow) beider Häuser.
Parallel dazu entwickelt die Forge de Laguiole einen neuen Typ von Messer: das Sommelier. Sein Funktionsprinzip ist patentiert und es wird aus besonders edlen Materialen hergestellt. Für die Eleganz seiner Form und die effiziente Handhabung erhält es 1996 den Design-Plus-Preis anlässlich der Messe Ambiente in Frankfurt.
Wichtig!
Am einfachsten: Sie schauen sich das Logo auf der Klinge an. Es zeigt in der Mitte des Schriftzugs LAGUIOLE ein großes L, das wie ein halb geöffnetes Messer aussieht. Dieses Logo wurde von dem schottischen Designer Van Pennors entworfen und ist geschützt. Dies ist ein erstes sichtbares Merkmal. Aber es gibt noch eines. Vielleicht ist dieses subtilere noch ehrlicher und echter: es ist die Verarbeitung, die Qualität der Justierung, seine einzeln geschmiedete Klinge. Und, die Messer der Forge de Laguiole folgen mit ihren Proportionen und Rundungen den Originalformen von einst. Sie entsprechen darüber hinaus den Kriterien der Kollektivmarke „LAGUIOLE ORIGINE GARANTIE". Eingeprägt auf dem Ansatz der Klinge garantiert sie die Originalherstellung in LAGUIOLE, die Qualität der verwendeten Materialen, sowie die traditionell handwerkliche Herstellung der Messer. Ausschließlich Unternehmen, die diese Kriterien erfüllen, sind berechtigt, diese Marke zu benutzen.
ZUR PFLEGE DER MESSER:
• Mechanik regelmäßig ölen
• Schärfen mit einem Stein
• Horn oder Holz nicht nass werden lassen. Ein Messer gehört nicht in die Spülmaschine, es wird auch nicht abgewaschen, es wird nur abgewischt.
DAMIT EIN LAGUIOLE NIEMALS DIE FREUNDSCHAFT ZERSCHNEIDET, VERGESSEN SIE NICHT, DER PERSON" DIE ES IHNEN GESCHENKT HAT, EIN KLEINES GELDSTÜCK ZU GEBEN.